Auch im dritten Wahlgang fehlten Christian Wulff (CDU) einige Stimmen der der schwarz-gelben Regierungskoalition zurechenbaren Delegierten, er konnte mit 625 Stimmen jedoch die einfache Mehrheit für sich beanspruchen. Der durch SPD und Grüne unterstützte Kandidat Joachim Gauck konnte 494 Stimmen auf sich vereinen, 32 Stimmen mehr als sich Delegierte im rot-grünen Lager verorten lassen. Die 121 Enthaltungen im dritten und entscheidenden Wahlgang dürften sich größtenteils als Delegierte der Linkspartei erweisen, deren eigene Kandidatin im dritten Wahlgang nicht erneut angetreten war.
Bevor er die Wahl zum Bundespräsidenten annehmen konnte, trat Wulff als Ministerpräsident des Landes Niedersachsens zurück. Inwiefern die Wahl des neuen Staatsoberhaupts der Bundesrepublik Deutschland indes tatsächlich so souverän ablief, wie führende Vertreter der schwarz-gelben Koalition im Anschluss verlauten ließen, ist angesichts des zähen, sich über etliche Stunden hinziehenden Wahlverfahrens fraglich… klare Gewinner sehen anders aus.

















