Man mag sich über die Signifikanz der englischen Sprache streiten. Einige finden, dass etwa Französisch viel besser klingt. Andere wiederum weisen gerne daraufhin, dass die Anzahl der Chinesisch (Mandarin)-Sprecher um einiges höher ist als die der regelmäßigen Nutzer des Englischen (in all seinen teils grotesken Variationen).
Zweifelhaft erscheint allerdings, dass ausgerechnet die Posten des Außenministers und des designierten EU-Kommissars auf akzeptable Englischkenntnisse verhältnismäßig geringen Wert legen. Nach den Eskapaden des Guido Westerwave/welle hat aber dennoch nun auch der in die von den Konservativen scheinbar als Landespolitikerendlager fehlinterpretierte EU-Politik abgeschobene Günther Oettinger seine Interpretation eines polyglotten Auftritts zum Besten gegeben und seine Zuhörer mit einem bizarren Englisch/Schwäbisch-Hybrid irritiert. Pikant, dass dies ausgerechnet dem ehemaligen Landesvater der voll Stolz auf das PISA-Elend der restlichen (nördlicheren) Republik hinabblickenden Baden-Württemberger (im Übrigen von gar schändlicher sozialdemokratischer Bildungspolitik gänzlich verschont) passiert, aber dennoch wohl eher Beweis für Ignoranz/Arbeitsauffassung eines Einzelnen als die Kompetenzen vieler.
Eine Frage bleibt dennoch: wie soll die Europäische Union jemals als das wahrgenommen werden und ausfüllen, was sie sein soll und muss, wenn die Mitgliedsstaaten sie permanent mit Personal versorgen, das man sich selbst in der Landespolitik nicht mehr erlauben konnte?
(ck)

















