Jusos Hamburg-Mitte in der Ballinstadt

Jusos MitteAm vierten Advent traf sich eine Gruppe der Jusos Hamburg-Mitte auf der Veddel. Unter dem Mantel des Kreisthemenabends hatten die Jusos Veddel Rothenburgsort in die Auswandererhallen eingeladen. Das Auswanderermuseum Ballinstadt erzählt die bewegende Geschichte von rund fünf Millionen Menschen, die zwischen 1850 und 1934 ihre Heimat verließen, um von Hamburg aus nach Amerika aufzubrechen und ein neues Leben anzufangen. Trotz viertem Advent und weihnachtlicher Heimreisezeit war das Interesse groß. Mit sechzehn Personen waren wir angemeldet – doch scheint über dem winterlichen Besuch der Auswandererwelt Ballinstadt ein Fluch zu liegen. Wie auch im letzten Jahr lag am 20.12. plötzlich jede/r zweite krank im Bett. So stapften wir nur zu acht durch den Schnee, auf die erste der drei rekonstruierten Backsteinhallen der Ballinstadt zu.


in der BallinstadtIn Halle eins wurden wir bereits von einer Mitarbeiterin der Ballinstadt erwartet, die uns mit ihren Erzählungen in die Zeit der Auswanderung und die Welt der Ballinstadt entführte. So begegneten wir in Halle zwei einigen Auswanderern, denen wir den Nachmittag über auf ihrem Weg aus der Heimat, über die Ballinstadt bis hin in die Neue Welt folgten. “Ich stelle es mir ganz spannend vor, nach Amerika zu reisen und dort zu leben. Hättest du auch Lust dazu?”, fragt der zehnjährige Heinz, geboren im Jahr 1897. Heinz ist eine von insgesamt neun Puppen, die die Besucher in den Auswandererhallen einladen, sie auf die Reise ins ferne Amerika mitzunehmen. Jede Puppe hat eine eigene Lebensgeschichte, ausgewandert in einer anderen Zeit, aus ganz verschiedenen Gründen. Vom Aufbruch bis hin zur Ankunft in der Neuen Welt tauchen die Besucher in den Auswandererhallen in sämtliche Phasen der Emigration ein. So begannen wir unsere ganz eigene Reise durch die Auswandererwelt. Bis wir im rekonstruierten Speisesaal der Ballinstadt zu Glühwein, Kakao und einer kleinen Stärkung einkehrten.

DitoDie Ballinstadt beeindruckt und begeistert gleichermaßen. Mit dem außergewöhnlichen Museumskonzept, zum Anfassen und Miterleben, ist den Verantwortlichen etwas großes gelungen. Die Ballinstadt ist definitiv ein wahres Glanzstück in der Attraktionsvielfalt Hamburgs. Es wird Zeit, dass Hamburg anfängt, Museum nicht nur als Ort der Konservierung, sondern auch als Ort der Begegnung zu verstehen und Konzepte wie dieses endlich unterstützt und ihm keine Steine in den Weg legt. Mit der Ballinstadt ist ein wichtiger Schritt hin zum “Sprung über die Elbe” getan – nur eine Station hinter dem Hauptbahnhof liegen die Auswandererhallen zudem wirklich zentral und gut erreichbar im Herzen der Stadt. Du warst noch nicht da? Ein Besuch in der Ballinstadt ist ein idealer Zeitvertreib für zwischen den Jahren, oder auch ein super Geschenk zu Weihnachten!

Léonie Kusch