Gestern wurden die Oscars verliehen und während der Hauptabräumer überraschend (?) ein sich mit den Vorgängen im Irak auseinandersetzender Streifen wird, sind die Nachrichten aus eben diesem Land bei all dem Glanz und Glamour natürlich Nebensache. Nach den Anschlägen auf die dortigen Parlamentswahlen sind mindestens 38 Todesopfer zu beklagen - doch das scheint weit, weit weg, wenn schluchzende Aktricen sich dramatisch bei Gott, ihrer Familie und der Welt bedanken, um die Euphorie später in sündhaft teurem Schampus zu ersäufen.
Zugegeben, eine im Grunde harmlose Showveranstaltung kann nicht Schuld sein am Elend dieser Welt, doch es sind diese krassen Kontraste, die allzu oft einen bitteren Beigeschmack hinterlassen.
Apropos Kontraste: trotz der erstmaligen Auszeichnung einer weiblichen Regisseurin mit dem Regie-Oscar sei zum Tag der Frau die fortwährende Lohnungleichheit zwischen “starkem” und “schwachem” Geschlecht einmal mehr hervorgehoben. Dass Deutschland hier im EU-Vergleich unterhalb des Durchschnitts liegt, sollte als deutliche Mahnung an Gesellschaft und ihre Entscheidungsträger dienen.
Ein kleines Trostpflaster: diese fast ketzerische Studie sollte das Herz einer jeden Frau höher Schlagen lassen.*
Euch allen eine schöne Woche,
Christian











